Die Geschichte des SV Thüle

1947: So fing es an… die Gründerjahre

In vielen kleinen Ortschaften wie Thüle, wuchs nach dem Krieg die Begeisterung für den Fußball. Er war eine willkommene Abwechslung zum harten Alltag. Nach Kriegsende waren einige Heimatvertriebene (sogenannte B-Soldaten) und Flüchtlinge nach Thüle gekommen, die schon recht guten Fußball spielten. Allen voran Fritz Ulbrich, der in seiner schlesischen Heimat schon in der Bezirksliga gespielt hatte. Zusammen mit den Jugendlichen aus Thüle begann man bereits 1947 gelegentlich Trainingsspiele auszutragen oder einfach nur zu bolzen.

Im Sommer 1948 waren dann Josef Preuth, Alfred Dittrich und Josef Moorbrink die treibenden Kräfte, die einen richtigen Verein gründeten. Erster Vorsitzender des Vereins war Josef Moorbrink, Alfred Dittrich war Schriftführer und Josef Preuth verwaltete die Kasse. Ab 1949 übernahm Josef Preuth das Amt des 1. Vorsitzenden. Hermann Hanekamp, der zu der Zeit Postbote in Thüle war und bei Josef Moorbrink wohnte, wurde 2. Vorsitzender. Vereinsbeiträge wurden zu dieser Zeit nicht erhoben.

Die erste Elf: Im Tor war Gerd Jokisch. Die Verteidiger hießen August Schulte (Garreler Weg), August Niemann (heute „Im Birkengrün) und Theo Budde. Fritz Ulbrich spielte vor der Abwehr. Werner Hofmann (Bruder von Gerda Ideler) spielte rechts und Alfred Dittrich links im Mittelfeld. Zu der Zeit wurde sehr offensiv, also mit fünf Stürmern gespielt. Linksaußen spielte Georg Greupner, Halblinks spielte Klose, Mittelstürmer Josef Moorbrink, Halbrechts Emil Ohja, Rechtsaußen Alfons Hodes.

Später kamen Torwart Hauke und die Brüder Josef und August Langemeyer aus Markhausen dazu. Auch aus Glasdorf beziehungsweise Bösel verstärkten einige Spieler die Thüler Mannschaft.

Zu den Spielen in der näheren Umgebung wurde mit dem Fahrrad gefahren. Bei schlechtem Wetter und weiteren Entfernungen wurde ein mit Holzgas angetriebener, offener LKW eingesetzt. Stolzer Besitzer und Fahrer des Gefährts war Willi Schwan, ein Vertriebener aus Lettland, der bei Bauer Glup arbeitete. Zuerst kamen die Spieler und deren Freundinnen auf die Ladefläche.

Wenn dann noch Platz war, konnten auch Fans und Zuschauer mitfahren. Diese hatten allerdings einen Fahrpreis beim Fahrer zu entrichten. Josef Kock (heute wohnhaft Kurfürstendamm), damals 11 Jahre alt, erinnert sich: „Ein Ei musste ich schon mitbringen, wenn ich nicht zu Hause bleiben oder mit dem Fahrrad fahren wollte.“ Die ersten Gegner hießen Bösel, Ellerbrock, Molbergen, Friesoythe und Dwergte.

In Thüle wurde auf einem Sandplatz gespielt, der von Gerhard Roter kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Dieser Platz befand sich an der damaligen Schulstraße (heute Thüler Kirchstraße), wo heute das Haus der Familie Thoben/Blazejak steht.

Die Bälle waren aus einfachstem Leder und wie man sich denken kann, nicht wasserabweisend. Bei nassem Wetter war bei Kopfbällen daher Vorsicht geboten. Gespielt wurde nur sonntags und dann erst nach der Vesper (Andacht).

1949: Pokalturnier des SV Thüle

Zu dieser Zeit war es schon etwas Besonderes ein Pokalturnier zu organisieren. Schon damals hatten die Verantwortlichen erkannt, dass ein Verein Geld braucht, um zu bestehen. Ein Zelt, eine Musikkapelle und Verkaufsbuden wie für eine kleine Kirmes wurden besorgt. Ein Siegerpokal und der Teller für den Zweitplatzierten wurden beim Drechsler Anton Pancratz in Friesoythe in Auftrag gegeben.

Es gab allerdings auch einigen Ärger zu überstehen. Ein ungeschriebenes Gesetz verbot es früher am Sonntag zu tanzen. Mittlerweile wurde dieses aber in vielen Orten nicht mehr so eng gesehen. In Thüle war der damalige Pfarrer Meyer aber noch recht konservativ eingestellt und kämpfte daher vehement gegen die Veranstaltung. Da der Sportverein jedoch alles organisiert und bestellt hatte, fand das Pokalturnier trotz Einwände statt.

Das Pokalturnier selbst wurde dann zu einem großen Erfolg. Die teilnehmenden Mannschaften aus den umliegenden Ortschaften brachten viele Zuschauer mit, sodass der Verein auf seine Kosten kam. Sieger des Pokalturniers wurde der SV Bösel vor Hansa Friesoythe.

Nach den ersten erfolgreichen Jahren wurde es aber immer schwieriger eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Der Nachwuchs an Spielern in Thüle hielt sich in Grenzen. Diejenigen, die es nach dem Krieg nach Thüle verschlagen hatte, suchten anderswo nach Arbeit und verließen nach und nach den Ort.

Einen talentierten Spieler wie Franz Preuth (Bruder von Josef Preuth) hielt man zudem nicht in Thüle. Er machte seinen sportlichen Weg über den SV Hansa Friesoythe zum Bezirksligisten RW Visbek. Der VfL Markhausen nahm seine Tätigkeit nach kurzer Pause wieder auf und die Spieler aus Markhausen kehrten zu ihrem Heimatverein wieder zurück.

So nach und nach kam der Sportverein Thüle ins Stocken. Die sportlichen Aktivitäten beschränkten sich auf wenige Freundschaftsspiele und hauptsächlich auf kleine Trainingsspiele untereinander. Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre pausierte der Verein dann vollständig.

1964: Der SV Thüle wird wieder aktiv

Am 01. Juni 1964 kam der sportbegeisterte Kaplan Heinrich Kenkel nach Thüle. Er hatte erkannt, wie wichtig der Sport für die Jugend sein kann. Durch seine Initiative und Mitwirken wurde der zwischenzeitlich eingeschlafene SV Thüle wieder mit Leben erfüllt.

Kaplan Heinrich Kenkel war Fußball allerdings nicht genug. Er gründete im September 1964 zusätzlich eine Tischtennisabteilung und sorgte für die Aufnahme in die DJK (Deutsche Jugendkraft). Aufgrund des regen Zuspruchs der Jugendlichen wurden zwei Tischtennisgruppen aufgestellt, die von Kaplan Kenkel und von Friedrich Moorman betreut wurden. Kassenwart war August Sieger und Gerätewart Bernhard Sieger Junior. Die Leitung der wöchentlichen Trainingsabende hatte Lehrer Sternberg aus Friesoythe zugesagt. Als Grundausstattung wurden zwei neue Tischtennisplatten angeschafft, die im Jugendheim aufgestellt wurden.

Am 15. Oktober fand unter Leitung von Kaplan Kenkel die erste Generalversammlung des Sportvereins nach dem Neuanfang statt. Da Gerhard Schröder eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde Heinz Kock zu seinem Nachfolger gewählt. Ferner wurden gewählt Heinrich Engelnmann zum zweiten Vorsitzenden, Franz Brinkmann zum Schriftführer und Werner Tareilus zum Kassenwart. Zum Vorstand gehörten weiter Kaplan Kenkel und Friedrich Moormann.

Hier begann die langjährige Tätigkeit von Heinz Kock als 1. Vorsitzender des SV Thüle. In über zehn Jahren Arbeit hat er sich große Verdienste um den Verein erworben, unter anderem mit der Errichtung des neuen Sportplatzes, dem heutigen Hauptplatz. Die Amtszeit von Heinz Kock wurde lediglich 1972 für ein Jahr unterbrochen, in dem Franz Brinkmann den Vorsitz des Vereins übernahm. Nachdem Heinz Kock 1976 das Amt als 1. Vorsitzender endgültig abgegeben hatte, wurde er zum Ehrenvorsitzender des Vereins ernannt.

Dieser Text stammt aus der Chronik des SV Thüle von Walter Millhahn. Falls ihr Interesse an der Chronik habt, kontaktiert gerne Walter Millhahn direkt oder schickt eine Mail an kontakt@svthuele.com

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